1. Tag: Hinflug nach Spanien
Flug nach Bilbao, wo Sie schon erwartet und herzlich empfangen werden. Ihre Flughafen-Assistenz zeigt Ihnen Ihren Bus, mit dem sie dann nach Burgos fahren, Ihrem Standort für die nächsten beiden Nächte. Abendessen im Hotel. (A)
Zwei Übernachtungen in Burgos.
2. Tag: Ausflug Logroño – Santo Domingo de la Calzada
Nach dem Frühstück geht Ihre Fahrt über Haro durch das Weinanbaugebiet „La Rioja“ nach Logroño. Bei Ihrem Gang durch die Altstadt besichtigen Sie die Kathedrale Santa María de la Redonda, eine der drei Bischofskirchen der Diözese Calahorra y La Calzada-Logroño, sowie die Iglesia de Santiago el Real, einer der traditionellen Haltepunkte der Pilger auf dem Jakobsweg. Neben der Kirche befindet sich der Jakobsbrunnen, auch als der „Pilgerbrunnen“ bekannt, denn hier konnten die Pilger eine Pause machen und sich erfrischen.
Weiterfahrt nach Santo Domingo de la Calzada, wo Sie eine der einzigartigsten Kirchen der Welt besichtigen. Die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert beherbergt einen eisernen Käfig mit einem Hahn und einer Henne, die von den Pilgern verehrt werden. Diese Tradition geht auf eine Legende um eine deutsche Pilgerfamilie zurück, die ihren erhängten Sohn wieder lebend antraf. Das Wunder wurde dem Ortsvorsteher beim Mittagessen erzählt, der es nicht glauben wollte und ironisch sagte, der Sohn sei so lebendig, wie die gebratenen Hühner vor ihm. Sogleich wuchsen den Hühner ihre Federn wieder und sie erwachten zum Leben, und man überzeugte sich von dem wieder lebendigen Sohn. Von daher wird bis heute in der Kirche ein lebendes Hühnerpaar gehalten.
Anschliessend kann ein der eigenen Konstitution entsprechendes Stück auf dem Jakobsweg gewandert werden, bevor es zurück nach Burgos geht. Abendessen im Hotel. (F, A)
3. Tag: Burgos – Frómista – León
Am heutigen Tag schauen Sie sich zunächst Burgos genauer an. Burgos wurde um 850 als wichtige Befestigung im Kampf gegen die Mauren gegründet und stieg im 11. Jahrhundert zur Krönungsstadt der Könige von Kastilien auf, was die besondere Bedeutung der Stadt unterstreicht. Aus ihrer Nachbarschaft stammt auch der bekannte spanische Held des 11. Jahrhunderts, Rodrigo Díaz de Vivar, genannt El Cid, der mit seiner Frau Jimena in der Kathedrale von Burgos begraben liegt. Die Kathedrale von Burgos ist der Jungfrau Maria geweiht, Bischofskirche des Erzbistums Burgos und seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe. Der Bau dieser ersten großen, spanischen Kathedrale im gotischen Stil wurde von König Ferdinand III von Kastilien und Maurizio, dem Bischof von Burgos, in Auftrag gegeben. Anlass war die Hochzeit Ferdinands mit Beatrix von Schwaben.
Nach der Besichtigung fahren Sie in die Gegend von Frómista. Hier können Sie wieder ein der eigenen Konstitution entsprechendes Stück auf dem Jakobsweg wandern.
Das unangefochtene Schmuckstück in Frómista ist die hochromanische Kirche San Martín, die Sie sich auch von innen anschauen, sofern sie geöffnet ist. Weiterfahrt nach León, Check-in im Hotel und Abendessen. (F, A)
Zwei Übernachtungen in León.
4. Tag: Ausflug Leon
León war die Hauptstadt des Königreiches León, eines wichtigen Vorläufers des spanischen Staates. Die Stadt lockt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, ist dabei aber nicht groß und so gut zu Fuss zu erkunden.
Im Rahmen Ihres geführten Stadtrundganges besichtigen Sie die bekannte gotische Kathedrale, deren Inneres durch sehr schöne Glasfenster erhellt wird, und die romanische Basilika San Isidoro. Das Nationalheiligtum ist seit 1063 Grabstätte des Heiligen Isidor von Sevilla, im 7. Jahrhundert Erzbischof von Sevilla und wichtigster westgotischer Kirchenlehrer. Wegen der einmaligen Deckenmalereien wird der „Panteón real“, die königliche Grabkammer, auch „sixtinische Kapelle der Romanik“ genannt. Die in Ausführung und Zustand beispiellosen Malereien geben einen plastischen Einblick in die Bilder- und Alltagswelt des 12. Jahrhunderts.
Anschließend haben Sie Freizeit und können die Stadt auf eigene Faust weiter erkunden. Je nach Interesse empfiehlt sich das Casa de Botines, ein Frühwerk von Antonio Gaudí, das mit seinen bunten Fassaden auffällige Museum für Zeitgenössische Kunst (MUSAC) oder auch das ehemalige Kloster San Marcos, das früher als Pilgerhospital diente und heute ein Luxushotel ist. Der „kleine Hunger zwischendurch“ lässt sich mit Tapas im Altstadtviertel Barrio Húmedo nahe der Kathedrale wunderbar stillen! Abendessen im Hotel. (F, A)
5. Tag: Leon - Astorga – Cruz de Ferro – Ponferrada – Villafranca del Bierzo – O Cebreiro – Lugo
Heute haben Sie den längsten Tag Ihrer Reise. Nach dem Frühstück fahren Sie zunächst nach Astorga, dem Bischofssitz einer der größten Diözesen Spaniens. Bei Ihrem Stadtrundgang beeindruckt neben der Kathedrale und dem in einem Palast aus dem 17. Jhd. untergebrachten Rathaus vor allem der von Antonio Gaudí in neogotischem Stil gestaltete Bischofspalast, den Sie auch von innen besichtigen. Dieser beherbergt das „Museum der Wege“, das Museo de los Caminos, welches reichlich Informationen über die verschiedenen Wege gibt, die sich seit jeher in Astorga kreuzen, und von denen auch der Jakobsweg nach Santiago de Compostela einer war bzw. ist.
Weiter geht Ihre Fahrt in Richtung Foncebadón, wo die Möglichkeit besteht, auf dem Jakobsweg zum höchsten Punkt, dem Cruz de Ferro, oder sogar noch etwas weiter zu wandern. Das Cruz de Ferro ist ein kleines Eisenkreuz in einem Steinhaufen, der von den Pilgern stetig vergrößert wird: Sie legen dort den von zu Hause mitgebrachten Stein als Symbol der auf dem Weg hinter sich gelassenen Sünden ab. Der ursprünglich nicht christliche Brauch wird inzwischen auch in religiös motivierte Wallfahrten integriert.
Das nächste Ziel ist Ponferrada, die Hauptstadt der Region El Bierzo mit einer schönen Altstadt. Die bedeutenste Sehenswürdigkeit ist die Burg der Templer, die auf einem kleinen Hügel am Zusammenfluss der Flüsse Sil und Boeza über der Stadt thront (ohne Innenbesichtigung).
Anschließend fahren Sie in das Städtchen Villafranca del Bierzo, aufgrund seiner Lage zwischen zwei Bergketten ein wichtiger Etappenort für die Pilger auf dem Jakobsweg. Die kleine Kirche Santiago, auch Jakobskirche genannt, geniesst ein einzigartiges Privileg: Seit 1600 erhielten Kranke und Schwache in Heiligen Jahren nach Durchschreiten des Nordportals der Iglesia de Santiago den gleichen Ablass wie am Grab des Heiligen Jakobus. Sofern die Kirche geöffnet ist, können Sie diese selbstverständlich auch innen besichtigen.
Der letzte Besuch des heutigen Tages gilt O Cebreiro. Hier befindet sich mit der Iglesia Santa Maria la Real die wohl älteste Kirche am Jakobsweg. Sofern die Kirche geöffnet ist, können Sie diese selbstverständlich auch innen besichtigen. Im Jahre 1300 soll sich hier Folgendes zugetragen haben: Ein frommer Bauer kommt trotz Sturm den Berg hinauf zur Heiligen Messe, die ein an Gott zweifelnder Mönch zelebriert. Er macht sich insgeheim lustig über den Bauern. Während der Eucharistie wandelt sich jedoch tatsächlich Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi, worauf der Mönch geheilt ist. Das „Wunder von O Cebreiro“ ist ein durch die katholische Kirche offiziell anerkanntes Hostienwunder – durch Papst Innozenz VIII. (1484–1492) und Papst Alexander VI. (1492–1503). Sehenswert sind auch die noch existierenden keltischen Rundhäuser, die sog. Pallozas: Sie sind strohgedeckt, fenster- und kaminlos und boten Raum für Mensch und Tier. Der Qualm der offenen Feuerstelle muss unangenehm bis unerträglich gewesen sein, dichtete aber das Roggenstrohdach ab, räucherte Würste und Lederflaschen und verhinderte Mäuse und Ratten. Weiterfahrt nach Lugo, Check-in im Hotel und Abendessen. (F, A)
Eine Übernachtung in Lugo.
6. Tag: Lugo – Lavacolla – San Marcos – Santiago
Nach dem Frühstück erkunden Sie Lugo, die älteste Stadt Galiziens. Der alte Stadtkern ist ringsum noch vollständig von einer begehbaren römischen Mauer aus dem 3. Jahrhundert umgeben mit wuchtigen halbkreisförmigen Bastionen in Abständen von etwa 100 bis 200 m. 2005 wurden die römischen Mauern Lugos zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Über verträumte kleine galizische Dörfer fahren Sie weiter bis Lavacolla. In dem kleinen Fluss erfolgte im Mittelalter die rituelle Waschung des Pilgers, ein Reinigungsritual nicht nur vom Schmutz der Reise, sondern auch von Sünden.
Danach geht es weiter nach San Marcos, dem letzten Ort vor Santiago de Compostela. Bekannter und wichtiger für die Pilger als der Ort ist der auf dem Gemeindegebiet befindliche „Monte do Gozo“, von dem aus sich erstmals die Kathedrale von Santiago de Compostela und damit das Ziel der Wallfahrt sehen lässt. Im Jakobsbuch wird er als „Mons Gaudi“ (Berg der Freude) und Ort großer emotionaler Ergriffenheit unter den Pilgern erwähnt. Von hier ab gingen die Pilger früher barhäuptig oder barfuss, Pferde wurden am Zügel geführt. In der aktuellen Pilgerpraxis ist das weitestgehend unüblich oder auch unbekannt. Lediglich einige wenige Pilger laufen die letzten fünf Kilometer als geistige Übung, zur gedanklichen und körperlichen Entschleunigung vor dem Erreichen des Ziels ohne Schuhe. Auf dem Monte do Gozo erinnert unweit der kleinen Einsiedelei ein modernes Denkmal an den Besuch Johannes Paul II. 1982 und setzt ihn mit der Wallfahrt des Heiligen Franziskus in Beziehung. Auch hier Sie haben die Möglichkeit, wieder ein Ihrer Kondition entsprechendes Stück auf dem Jakobsweg zu wandern.
Dann geht zu Ihrem Hotel bei Santiago de Compostela, Check-in und Abendessen. (F, A)
Drei Übernachtungen bei Santiago de Compostela.
7. Tag: Ausflug Santiago de Compostela
Santiago de Compostela ist das heutige Ziel Ihrer Reise. Auf Ihrer Führung lernen Sie die Stadt kennen und besichtigen die Kathedrale. Sie steht über einer Grabstätte, die dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird. Durch die bischöfliche und päpstliche Anerkennung der aufgefundenen Gebeine als Reliquien des Jakobus gilt die Kathedrale von Santiago de Compostela als Grabeskirche des Apostels Jakobus. Die armenische Jakobskathedrale in Jerusalem beansprucht aber, im Besitz des Schädels des Apostels zu sein.
Um Jakobus ranken sich besonders in Spanien zahlreiche Legenden. So soll er dem Auftrag, sein Wort bis „ans Ende der Welt“ zu bringen, gefolgt sein und das Evangelium bis zum äussersten Westen Europas, bis nach „Finisterre“ (Ende der Erde) gebracht haben. Mit dem Schiff nach Tarragona gelangt ,von dort aus entlang des Ebro bis nach Logroño, danach, immer von einer jüdischen Gemeinde zur nächsten, der „Milchstrasse“ (Widerspiegelung auf der Erde) bis nach Santiago gefolgt.
Die für den Jakobuskult in Santiago de Compostela grundlegende Legende besagt, dass seine Jünger den Leichnam des Apostels nach der Enthauptung einem Schiff ohne Besatzung übergaben, das später im Nordwesten Spaniens anlandete. Helfer setzten ihn weiter im Landesinneren bei. Dann geriet das Grab in Vergessenheit. Nach der Wiederentdeckung im 9. Jahrhundert wurde darüber eine Kapelle, später eine Kirche und schließlich die Kathedrale errichtet, um die herum sich der Pilgerort Santiago de Compostela entwickelte und zu der die Jakobswege führen. Im Anschluss an die Führung steht es Ihnen frei, an der Pilgermesse teilzunehmen.
Den Rest des Tages haben Sie zur freien Verfügung. Transfer zum Hotel und Abendessen. (F, A)
8. Tag: Ausflug Kap Finisterre und Muros
Nach dem Frühstück geht Ihre Fahrt nach Kap Finisterre, dem eigentlichen Ende des Jakobsweges. Im Mittelalter und auch jetzt wieder gehen viele Pilger bis „zum Ende der Erde – Finisterre“. Diesen letzten Kilometer des Jakobsweges legen auch Sie zu Fuß zurück und erreichen dann die Spitze der Halbinsel.
Seit Jahren ist es Tradition unter den Pilgern, am Kap Finisterre einen Gegenstand zu verbrennen. Damit soll die Beendigung eines alten Abschnitts im Leben verdeutlicht werden - man verbrennt so einen Gegenstand, der diesen alten Abschnitt symbolisiert. Welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein als das Ende der Welt?
Die Gegend rund um das Kap gehört zu Spaniens beeindruckensten Küsten. Auf der Rückfahrt Halt in dem pittoresken Fischerstädtchen Muros im Norden der Rías Baixas. Nach einem Gang durch die Altstadt steht Ihnen noch freie Zeit zur Verfügung, um an einem lauschigen Platz oder am Hafen eine Kleinigkeit zu essen oder einfach nur einen Kaffee zu genießen.
Rückkehr zum Hotel und anschließend genießen Sie Ihr letztes Abendessen vor Ort. (F, A).
9. Tag: Heimreise
Eine eindrucksvolle Reise geht zu Ende. Zu gegebener Zeit erfolgt Ihr Transfer zum Flughafen von Santiago de Compostela und Sie starten Ihren Flug in die Heimat. (F)